Embrousaillement Vionnaz

Aufwertungsprojekt Rigoles de Vionnaz Neue Lebensräume für Feuchtgebietsarten

Pro Natura Wallis hat das gut 27 Hektar grosse Flachmoor «Rigoles de Vionnaz» mit einem ambitionierten Projekt aufgewertet. Es ist zu einem kleinen Paradies für die selten gewordenen Bewohner der früheren Rhone-Ebene geworden: So ist beispielsweise ein Biber im Gebiet ansässig, der Eisvogel jagt regelmässig an den Teichen und viele Libellenarten nutzen die unterschiedlichen Habitate.

Einst war das Rhonetal eine riesige Sumpf- und Riedfläche, durch die sich die Rhone schlängelte und periodisch einen grossen Teil überschwemmte. Heute ist diese ursprüngliche Landschaft grössten-teils Gemüse- und Obstpflanzungen oder Siedlungen gewichen. Viele Feuchtgebietsarten kommen nur noch in einigen wenigen, meist geschützten Gebieten vor. Das Flachmoor «Marais Rigoles de Vionnaz» ist eines dieser Gebiete.

Schützen alleine reicht nicht

Beweidung durch Schottische Hochlandrinder © Thierry Largey

Zwar ist das Gebiet im nationalen Inventar der Amphibienstandorte und der Flachmoore nationaler Bedeutung aufgeführt; dennoch trockneten in den letzten Jahrzehnten die Moorflächen langsam aus. Die Weiher verlandeten und angrenzende Flächen wuchsen mit Gehölzen ein. Deshalb wurde dieses Aufwertungsprojekt in Angriff genommen.

Künftig soll das Gebiet durch eine regelmässige Gehölzpflege – und eine angepasste Beweidung in den äusseren Bereichen – offen gehalten werden. Dank einer Vereinbarung mit dem Kanton Wallis übernimmt dieser einen grossen Teil dieser Unterhaltskosten.

Ein Feuchtgebiet voller Leben entsteht

Blick aus dem Zentrum des Schutzgebietes © Marjorie Berthouzoz

In mehreren Etappen wurden die nördlichen und mittleren Bereiche der Rigoles de Vionnaz stark ausgelichtet. Das Gebiet ist nun viel offener, feuchter und vielfältiger. Die Pufferzonen werden weiterhin mit Schottischen Hochlandrindern beweidet. Die entbuschten Randbereiche der Kernzone sollen versuchsweise mit der Beweidung durch Wasserbüffel offen gehalten werden. Die ersten Ergebnisse dieser tierischen Pflegehelfer sind sehr positiv.

Zudem wurden neue Wasserarme – und im nördlichen Bereich zwei neue Weiher angelegt. Nach dem Einsatz der grossen Maschinen erinnerte das Gebiet anfangs an eine Mondlandschaft. Dies, da in den ersten Monaten die neugeschaffenen Ufer noch kahl waren. Inzwischen sind diese Flächen wieder bewachsen. Davon profitieren viele typische Pflanzenarten, welche die Feuchtigkeit lieben: Beispielsweise verschiedene Seggen, der Ästige Igelkolben oder das Sumpf-Helmkraut.

Spannende Entdeckungen garantiert

Gelbe Schwertlilie (lat. Iris pseudacorus) © Marjorie Berthouzoz

Das Naturschutzgebiet bietet dem Besucher spannende Einblicke in ein vielfältiges Feuchtgebiet. Auf mehreren Besucherinformationstafeln findet sich allerlei Wissenswertes über diese besonderen Flächen und ihre Bewohner. Damit Tiere und Pflanzen möglichst wenig gestört werden, befinden sich auf den Beobachtungshügeln Sichtschutzwände. Ein Pfad führt um das Gebiet herum; der Besucher erhält so Einblicke in diese vielfältigen Lebensräume. Libellen patrouillieren ungestört über die Wasserflächen, ein Teichrohrsänger turnt in schwankenden Schilfhalmen herum, während entlang des Teich-Ufers eine Ringelnatter im Wasser nach Nahrung sucht.

Zukunft des Flachmoors

In Mitten des Feuchtgebietes © Marjorie Berthouzoz

Durch dieses Projekt konnte eines der wenigen grösseren Flachmoore im Walliser Talboden aufgewertet werden. Dies in vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis, der Vogelwarte und Pro Natura Wallis. Diese Zusammenarbeit endet aber nicht mit dem Ende des Projektes: Gemäss den vereinbarten Schutzzielen von Kanton und Pro Natura wird dieses Schutzgebiet durch Pro Natura gepflegt – mit Unterstützung von Freiwilligen, Zivildienst-Gruppen und zwei Landwirten mit deren Tieren.

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