Rigoles Vionnaz Chablais valaisan
Wallis

Naturschutzgebiet Les Rigoles de Vionnaz

Der Standort les Rigoles de Vionnaz ist mit einer Fläche von 27 Hektar das derzeit grösste Flachmoorgebiet der Unterwalliser Rhone-Ebene. Es handelt sich um die Restbestände von 700 Hektar Torfmoor.

Schutzvorkehrungen für das Flachmoor

Nach mehrjährigem Torfabbau wurde das Gebiet durch die Unterzeichnung von Verträgen zwischen Ciba-Geigy, der Gemeinde Vionnaz und den Grundeigentümern im Jahr 1980 unter Schutz gestellt. Dennoch verbuschte und trocknete der Standort ein und verlor an Bedeutung. 1996 führte Pro Natura Wallis mit der Unterstützung des Murithienne (Naturwissenschaftliche Gesellschaft Wallis) und CADEHL, sowie mit Hilfe von Sponsoren und Subventionen einen ambitionierten Rettungsmassnahmenplan durch. 

Komplexe Eingriffe waren erforderlich, um Wasser wieder in das System einzubringen und das Sumpfgebiet in Kammern mit einstellbaren Niveaus zu unterteilen, welche kontrollierte Überschwemmungen ermöglichen und ein Buschwachstum verhindern. Um das Reservat herum wurde auch eine Pufferzone geschaffen, um die Wasserqualität im Biotop zu verbessern. All diese Massnahmen ermöglichten die Ansiedlung von Wasservögeln, aber auch die Vegetation des Sumpfes mit der speziellen Flora, ganz zu schweigen von den Amphibien und Libellen, die leicht entlang des Weges zu finden sind. 
 

Sie pflegen das Moor gemeinsam: Kühe, Wasserbüffel und Ziegen

Bereits seit den 2000er Jahren sorgen schottische Hochlandrinder dafür, dass das Moor nicht  verbuscht. Die kulinarische «Arbeit» der zotteligen Vierbeiner wird durch eine kleine Ziegenherde ergänzt, die in den trockeneren Teilen des Schutzgebietes die aufkommenden Bäume und Sträucher abknabbert. Schliesslich leisten auch Wasserbüffel einen wertvollen Beitrag: Sie tun sich an der Unterwasser-Vegetation gütlich.

Weidende Hochlandrinder eines örtlichen Landwirtschaftsbetriebes.

Die Revitalisierung der Rigoles du Vionnaz

Das jüngste Revitalisierungsprojekt im Schutzgebiet der Rigoles du Vionnaz begann 2015. Zuerst erfolgten ausgedehnte Entbuschungs- und Fällarbeiten, um dem Gebiet wieder den charakteristischen offenen Aspekt zu verleihen. Ab 2016 waren die Bagger an der Reihe. Sie schürften Boden ab, um die Moorvegetation zu begünstigen, schufen neue Wasserstellen für Vögel und andere Arten und formten Hügel, die den Besuchenden eine Vogelperspektive auf das Naturschutzgebiet eröffnen. Das Projekt endete 2019 mit der Einrichtung von zwei öffentlich zugänglichen Beobachtungspunkten. Dank den umfangreichen Maßnahmen sind die Rigoles de Vionnaz wieder gut mit Wasser versorgt, die Sumpfvegetation blüht auf und der Unterhalt des Schutzgebietes mit gezielter Beweidung fällt leichter.